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Stadtgemeinde Bischofshofen

Chronik von Bischofshofen
Text: Stadtgemeinde Bischofshofen / Stadtarchiv

Aktuelles:

Jubiläumsfilm "20 Jahre Stadterhebung - 20 Jahre Stadtentwicklung"

Bischofshofen wurde am 24. September 2000 zur Stadt erhoben. Der Jubiläumsfilm erinnert an die Feierlichkeiten rund um die Stadterhebung und präsentiert einen Streifzug durch die städtebauliche Entwicklung von Bischofshofen in den letzten zwanzig Jahren. 

Zum Film "20 Jahre Stadterhebung - 20 Jahre Stadtentwicklung"
youtube: https://www.youtube.com/watch?v=LNvMZ7nR0LM
Facebook: https://www.facebook.com/1665534687071036/videos/1040939969689224/?__so__=channel_tab&__rv__=all_videos_card

Bischofshofen – Die Wiege des Pongaus

Bischofshofen wird oft als »Wiege des Pongaus« bezeichnet. Und das zu Recht, denn seit urdenklicher Zeit ist das heutige Gemeindegebiet ein wichtiger Siedlungs-, Bergbau- und Handelsort sowie ein kulturelles Zentrum. Die günstige Lage an den natürlichen Alpenverbindungen sowie die Kupfer- und Eisenvorkommen der Umgebung trugen zu einer frühen Siedlungstätigkeit bei. Die ersten Spuren menschlicher Einflussnahme sind bereits im 6. Jahrtausend v. Chr. erkennbar. Als erste Menschen sind »mittelsteinzeitliche Jäger denkbar«, die sich saisonal auf den Berghängen des Tales aufhielten. Am »Roten Felsen« beim Götschenberg konnte eine der ältesten Siedlung in den Ostalpen mit Hinweisen auf Kupferverarbeitung nachgewiesen werden. Hier lebten Bauern, die nebenher Kupfer abbauten und mit dem neuen Material einen geschickten Tauschhandel trieben. In der Bronzezeit erlangten die Ansiedlungen beim Sinnhubschlössl und im Bereich der Burgruine Bachsfall wachsende Bedeutung. Ab dem 5. Jh. v. Chr. siedelten die Kelten im Gemeindegebiet. Aus dem 1. Jh. n. Chr. finden sich Siedlungsspuren der Römer. Im 5. Jh. n. Chr. bricht die römische Herrschaft nördlich der Alpen zusammen.


Bild 1: Rekonstruktion kupferzeitlicher Häuser (Bild: Lippert 1992)

 

»Cella Maximiliana« - Das erste Kloster im Pongau

Ende des 7. Jhdts. n. Chr. traf Rupert, der Bischof von Worms, in Juvavum ein. Er gründete 711 / 712 Vorposten für die Christianisierung der Slawen das erste Kloster im Pongau, die »Cella Maximiliana«. Die besondere Stellung Bischofshofens in der Kirchengeschichte dokumentieren neben spektakulären Ergebnissen bei Kirchengrabungen auch einmalige Kunstschätze wie das »Rupertikreuz«. Um 1139 wurde ein Augustiner-Chorherrenstift eingerichtet. Die Bezeichnung »Hofen« wurde erstmals 1151 urkundlich erwähnt. 1216 wurde das Bistum Chiemsee gegründet. Der Kastenhof wurde von den Bischöfen von Chiemsee als Residenz und Verwaltungszentrale eingerichtet. Bischofshofen besaß auch eine eigene Gerichtsbarkeit, in der im Namen des Erzbischofes Recht gesprochen wurde.

 

Bauernaufstand und Protestantenvertreibung

Im Jahr 1421 verlieh Erzbischof Eberhard III das Privileg, jeweils am Maximilianstag (12. Oktober) einen Markt am Buchberg abzuhalten, der als Pferdemarkt später große Bedeutung erlangte. Mitte des 16. Jhdts. breitete sich der Protestantismus weiter aus. Bischofshofen und der Buchberg wurden Zentren des neuerlichen Bauernaufstandes, der mit der Hinrichtung der beiden Rädelsführer Wilhelm Egger und Hans Steiner endete. 1570 wurde der Blutwidderdienst eingeführt, der bis 1811 andauerte: Die Nachkommen der Aufständischen mussten als abschreckendes Beispiel jährlich zwei Widder mit je einer Elle roten Tuchs bedeckt nach Salzburg treiben. 1732 emigrierten zahlreiche Bischofshofener Protestanten. Sie fanden in Preußen aber auch in Amerika eine neue Heimat.


Bild 2: Ortsplan von 1674 (Bild: Stadtarchiv)


Bild 3: Der Blutwidderdienst dauerte über 240 Jahre (Bild: SLA)

Vom Dorf zum Markt

Bis ins 19. Jh. war Bischofshofen bestimmt von einer kleinbürgerlich-bäuerlichen Wirtschaftsstruktur. Der Bahnbau mit der Eröffnung der »Giselabahn« (Salzburg - Bischofshofen - Wörgl) und der »Kronprinz-Rudolf-Bahn» (Richtung Radstadt) im Jahr 1875 brachte den Umschwung: Am 9. Februar 1900 wurde die Ortschaft Bischofshofen aufgrund der »gewerblichen Entwicklung« von Kaiser Franz-Joseph zum Markt erhoben. Eisenbahn und Kupfergewinnung waren zu diesem Zeitpunkt Hauptträger der Wirtschaft.

 

Vom Markt zur Stadt

Im 20. Jahrhundert hat sich Bischofshofen zu einem Verkehrsknotenpunkt, zentralenWirtschaftsstandort und kulturellen Zentrum entwickelt. Sport, Kultur und Wirtschaft prägen das Bild der Stadt Bischofshofen. Weltbekannt ist der Ort durch die Vier-Schanzentournee. Zudem befindet sich die größte Mattenschanze der Weltin Bischofshofen. Als attraktiver Wirtschaftsstandort und Einkaufsstadt mit ansprechendem Branchenmix ist die Gemeinde sehr geschätzt. Diese positive Entwicklung gab den Ausschlag, dass die Marktgemeinde Bischofshofen am Namenstag des hl. Rupert, dem 24. September 2000, zur Stadt erhoben wurde.


Bild 4: Der Pferdemarkt am Buchberg im 18. Jhdt. (Bild: Stadtarchiv)


Bild 5: Bischofshofen um 1900 (Bild: Stadtarchiv)


Bild 6: Interessentenstraße im Ortszentrum um 1900 (Bild: Stadtarchiv)

 

Zukunftsweisende kommunale Projekte wie der Umbau des Bahnhofs, die Neuordnung des Verkehrs, die Neugestaltung des Zentrums und die Einrichtung einer Begegnungszone, der Um- bzw. Neubau vieler kommunaler Einrichtungen, die Errichtung von Geschäfts- und Wohnhäusern haben das Ortsbild von Bischofshofen seit der Stadterhebung positiv geprägt und zu einer weiteren Verbesserung der Lebensqualität in der „Stadt mit Schwung“ beigetragen. Im Jahr 2015 wurde der UNESCO Geopark „Erz der Alpen“ mit dem Besucherzentrum im Schanzengelände eröffnet. Die berühmte „Himmelsscheibe von Nebra“ stand im Mittelpunkt der Eröffnungsausstellung. Das für die Herstellung verwendete Kupfer stammt nach Ansicht der Forschung aus der Gegend um Bischofshofen.

Die Stadt Bischofshofen pflegt Freundschaften zu anderen Städten. So ist die deutsche Stadt Unterhaching seit 1979 die Partnerstadt von Bischofshofen. Der Freundschaftsvertrag mit der spanischen Stadt Adeje auf Teneriffa wurde im Jahr 1992 unterzeichnet.

 

Urheberrecht und Bildnisschutz:
Die Bilder werden für die Veröffentlichung auf der Website des Projektes „Plattfom Geschichte“ (mit Angabe des Bildnachweises) zur Verfügung gestellt. Eine weitere Verwendung der Bilder ist nur mit Genehmigung der Stadtgemeinde Bischofshofen gestattet.

Stand: 23. Juli 2020
Text: Mag. Ingrid Strauß/Stadtarchiv Bischofshofen